Blumenzeit erleben: Deine Reise beginnt

Was diese Erfahrung mit der Geschichte der Floristik wirklich besonders macht, ist das Gefühl, anfangs völlig verloren zu sein—und dann zu merken, wie sich die Nebel langsam lichten. Am Anfang sitzt man da, umgeben von alten Bildern und Namen, und fragt sich, wie all das eigentlich zusammenhängt. Ich erinnere mich noch daran, wie ich zum ersten Mal versucht habe, die Entstehung der japanischen Ikebana-Tradition mit den europäischen Entwicklungen zu verbinden—da war nur Verwirrung. Und dann, nach Wochen, macht plötzlich ein einziger Textausschnitt alles klarer. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde man einen alten Stadtplan entziffern: Erst die Orientierungslosigkeit, dann das Aha-Erlebnis. Was Xandrelis Pomveria hier aufgebaut hat, geht deutlich über das hinaus, was man von einem typischen Curriculum erwartet. Hinter den offiziellen Lehrinhalten taucht sie in die Zwischentöne ein—Dinge, die selten offen angesprochen werden. Zum Beispiel, wie politische Umbrüche in Südfrankreich im 19. Jahrhundert ganz direkt die Farbenwahl in der Floristik beeinflusst haben. Diese Details, die in den meisten Kursen untergehen, werden hier zum Ausgangspunkt für überraschende Einsichten. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie viel Raum dem Thema „Fehldeutung historischer Quellen“ gegeben wird. Das klingt trocken, aber wenn man einmal gesehen hat, wie eine fehlerhafte Übersetzung die ganze Deutung eines Stils verändern kann, versteht man, wie entscheidend gerade diese Unsicherheiten sind. Was wirklich hängen bleibt, sind bestimmte Techniken, die im echten Alltag plötzlich Gold wert sind—wie das genaue Lesen von Bildquellen, oder das schnelle Skizzieren historischer Arrangements im eigenen Notizbuch. Nicht selten passiert es, dass jemand in einer modernen Floristikwerkstatt steht und plötzlich merkt: Moment, dieses Muster stammt direkt aus dem Barock, bloß in anderer Verpackung. Und die Art, wie Xandrelis dazu ermutigt, das eigene Bauchgefühl beim historischen Einordnen ernst zu nehmen, ist selten. Viele denken, Geschichte der Floristik sei reine Faktenlernerei. In Wahrheit geht es viel mehr um das feine Zusammenspiel aus Wissen und Intuition—ähnlich wie beim Zusammenstellen eines Blumenstraußes, bei dem nicht jede Entscheidung logisch erklärbar ist. Natürlich gibt es Momente, in denen alles zu viel erscheint. Alte Begriffe, widersprüchliche Quellen, das Gefühl, nie alles erfassen zu können. Aber genau darin liegt auch der Reiz. Die „career_development“-Perspektive, die Xandrelis geprägt hat, ist vielleicht nicht perfekt systematisch, aber sie trifft einen wahren Kern: Man wächst hier nicht nur an den klaren Fakten, sondern vor allem an den Unsicherheiten und am Mut, eigene Deutungen zu wagen. Und ja, manchmal bleiben Fragen offen. Aber das gehört dazu—wie die winzigen Risse in einer antiken Vase, die gerade das Ganze besonders machen.

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